Livegrading, Metadaten und Webgate.io: So lief der High-End-Workflow bei «Die Ältern»

Am 6. Mai 2025 sprach Constantin Seiler, Product Manager Webgate.io mit Chris Saure, dem DIT des Projektes «Die Ältern» über die Besonderheiten des Workflows bei diesem Dreh. Der Blogpost gibt eine gekürzte Zusammenfassung des Interviews wieder.

Webgate.io Christian, Du kommst gerade vom Dreh des Projekts «Die Ältern» zurück, dem neuen Film von Regisseur Sönke Wortmann, Buch, Jan Weiler und DoP Andreas Berger. Du warst DIT auf dem Projekt, wie sah Dein Workflow für das Projekt genau aus – insbesondere hinsichtlich Webgate.io, Lockit, Silverstack und ARRI?

Erst einmal muss der Workflow natürlich aufgesetzt werden, hier war ich von Anfang dabei und habe für das Projekt auch eine Show-LUT entwickelt. Wir haben dann am Set einen Workflow genutzt, bei dem ich direkt am Set Livegrading gemacht habe, und zwar mit Pomfort Livegrade. Der Clou dabei: Die CDL-Werte fürs Grading und auch alle Metadaten vom Skript Supervisor wurden unmittelbar in die Kamerafiles geschrieben. Dazu nutzten wir die Lockit Technologie. Das heißt, keine losen Metadaten mehr, sondern alles direkt im Rohmaterial integriert. Die Steuerung der Kameras ist mit Hilfe der ARRI Companion App gelaufen.

Klingt spannend! Wie habt ihr das technisch umgesetzt?

Konkret haben wir das mit dem Lockit+ gemacht. Dadurch konnten wir die Skript-Daten von LockitScript direkt in die HDE-Kamerafiles schreiben, einschließlich Szenen- und Take-Informationen sowie Kommentare. Diese Methode sorgt dafür, dass keine Informationen verloren gehen und der Workflow deutlich flüssiger wird.

Wie funktionierte das Live-Grading am Set konkret?

Wir arbeiteten mit Pomfort Livegrade und übertrugen das Grading anhand von CDL-Werten direkt in die Kamera (Alexa Mini LF) und passten in manchen Fällen auch noch einmal die Whitebalance mit der ARRI Companion App an. Dadurch konnten der Kameramann und das gesamte Team sofort am Set exakt das finale Bild beurteilen – auf allen Monitoren. Der große Vorteil: Wir mussten im Anschluss kaum nachgraden, was enorme Zeitersparnisse brachte.

Und wo kam Silverstack ins Spiel?

Silverstack Lab war quasi unsere Kontrollinstanz am Set. Dort habe ich noch mal kleinere Anpassungen vorgenommen, falls nötig, und dann direkt Proxies für Webgate.io und Avid erstellt. Diese Proxies habe ich über den integrierten Uploader von Silverstack Lab direkt ins Webgate hochgeladen.

Wie lief denn der Upload ins Webgate – gab es Herausforderungen?

Gar nicht, das hat hervorragend funktioniert. Durch den direkten Upload mit Silverstack und der automatischen Übergabe von Metadaten war der Prozess wirklich reibungslos. Innerhalb kurzer Zeit waren alle Clips online verfügbar. Oft waren die Clips bereits nach der Mittagspause verfügbar, so konnten alle Beteiligten zeitnah darauf zugreifen und prüfen. Das hat die Zusammenarbeit am Set enorm verbessert.

Habt ihr zusätzlich noch die Lockit Webtools verwendet?

Ja, definitiv. Die Lockit Webtools haben wir verwendet, um weitere Metadaten ins Webgate zu pushen und sicherzustellen, dass wirklich alles verfügbar war. Außerdem nutzten wir die Möglichkeit, Webgate-Muster direkt in der LockitScript-App am Set abzurufen. Diese enge Integration erwies sich als besonders effizient, weil die Script Supervisorin Valerie Prause so während des gesamten Drehs auf alle bereits gedrehten Clips direkten Zugriff hatte.

Haben die anderen Beteiligten am Set auch Muster geschaut?

Einige haben sich die Muster mit der Webgate Dailies Player App angesehen. Was ich gut finde ist, dass was man auf Dailies App sieht, genauso aussieht wie auf meinem kalibriertem Monitor.

Gab es besondere Herausforderungen bei diesem Workflow?

Eigentlich lief alles hervorragend. Ein kleiner Wunsch wäre vielleicht, in Zukunft auch DNxHD-Dateien direkt via Silverstack in Webgate.io hochladen zu können. Aber grundsätzlich war es ein absolut reibungsloser Ablauf.

Wie war das Feedback des Teams auf diesen Workflow?

Extrem positiv. Andreas Berger, unser DoP, hat das Live-Grading intensiv genutzt und es sehr geschätzt, schon am Set kreative Entscheidungen treffen zu können. Insgesamt entstand ein Gefühl von mehr kreativer Kontrolle und Sicherheit.

Danke, Christian, das klingt wirklich nach einem gelungenen Workflow!

Sehr gern! Das hat tatsächlich so gut funktioniert, dass man diesen Workflow problemlos für zukünftige Projekte standardisieren könnte.

Veröffentlicht am: 09. Februar 2026 08:00

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